Zytologie:
Schlanke bis mittelbreite, in der Gramfärbung rosa bis rot anfärbbare Stäbchen; einzeln, paarweise oder in lockeren Aggregaten gelagert, extra- und/oder intraneutrophil. Die direkte Ausstrichmorphologie erlaubt lediglich eine vorläufige morphologische Einordnung und ist für eine Spezieszuordnung nicht zuverlässig; eine orientierende morphologische Typenklassifikation umfasst Enterobacterales (mittelbreite Stäbchen), Pseudomonas (schlanke, elongierte Stäbchen; Ausnahme: mukoide Variante) sowie Haemophilus/Bacteroides (kleine Kokkostäbchen) bei einer overall accuracy von etwa 76 %. (2)
Histologie:
In Gewebeschnitten können bakterielle Stäbchen in der HE-Färbung unauffällig oder schwer erkennbar sein, Gramfärbungen können den Erregernachweis verbessern, zeigen in FFPE-Schnitten jedoch nur eine niedrige Sensitivität bei hoher Spezifität; für Hautschnitte beträgt die Sensitivität etwa 43 %, die Spezifität 98 % (3). Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus.
Klinisch relevante gramnegative Stäbchen finden sich insbesondere bei Atemwegs- und Harnwegsinfektionen. In repräsentativen respiratorischen Proben stützt der Nachweis zahlreicher und vorherrschender gramnegativer Stäbchen die Verdachtsdiagnose einer gramnegativen Pneumonie. Im Harntrakt dominieren Enterobacterales, vor allem Escherichia coli.
Klebsiella pneumoniae ist die häufigste Ursache pyogener Leberabszesse in Asien und zunehmend weltweit; hypervirulente Stämme (hvKp, Serotypen K1/K2) können invasive Infektionen auch bei ansonsten gesunden Personen verursachen, häufig assoziiert mit Diabetes mellitus. Metastatische Komplikationen umfassen Endophthalmitis (~5-7 %), Meningitis und septische Lungenembolien (5, 6).
Siehe auch: Klebsiella granulomatis / Granuloma inquinale (Donovanose)
Die Interpretation sollte stets unter Berücksichtigung der Probenqualität und des entzündlichen Hintergrunds erfolgen. Leukozytenassoziierte Bakterien sprechen für eine Wirtsreaktion, beweisen für sich allein jedoch nicht in jedem Fall eine manifeste Infektion. Mucoide Varianten werden gesondert dargestellt.
Dickere FFPE-Schnitte (6 µm versus 4 µm) können den Erregernachweis verbessern (4 [limitierte Daten, einzelne kleine Studie]).