Die Zyto- und Histomorphologie ist abhängig von dem Immunstatus des Patienten.
Bei gut erhaltenem Immunstatus des Patienten:
Bei eingeschränktem Immunstatus des Patienten, z. B. HIV/AIDS, Malignom oder Zustand nach Transplantation:
Die BCG-Adenitis ist eine seltene Komplikation nach Bacille-Calmette-Guérin-(BCG-)Impfung:
Zytologie:
Histologie:
Umgebungsreaktion:
Die Primärtuberkulose durch Mycobacterium tuberculosis verläuft meist selbstlimitierend und betrifft überwiegend die Unter- oder Mittellappen der Lunge. Radiologisch zeigt sich ein pulmonales Infiltrat, häufig begleitet von einer hilären Lymphadenopathie. Bei eingeschränkter Immunabwehr kann es zu einer progredienten Primärtuberkulose mit hämatogener Generalisation kommen.
Die BCG-Adenitis muss von Mycobacterium tuberculosis und anderen virulenten mykobakteriellen Infektionen abgegrenzt werden. Bei BCG-Adenitis ist der Säugling in der Regel klinisch wohlauf und altersentsprechend entwickelt. Im Gegensatz zur Tuberkulose ist meist nur ein einzelner Lymphknoten betroffen, typischerweise axillär ipsilateral zur Impfstelle am Arm; eine Beteiligung ipsilateraler zervikaler Lymphknoten ist ebenfalls beschrieben. Säurefestfärbungen können sowohl bei BCG-Adenitis als auch bei Tuberkulose positiv sein. Kultur und PCR können zwischen impfstoffassoziiertem Mycobacterium bovis BCG und Mycobacterium tuberculosis unterscheiden.
Die postprimäre Tuberkulose entsteht entweder durch endogene Reaktivierung persistierender Mykobakterien oder durch exogene Reinfektion und manifestiert sich Monate bis Jahre nach der Erstinfektion. Etwa 90 % der postprimären Fälle resultieren aus hämatogener Aussaat und sind typischerweise in den apikalen Lungenabschnitten lokalisiert, wobei auch extrapulmonale Manifestationen möglich sind. Das klinische Bild ist stadienabhängig und reicht von asymptomatischen Verläufen bis zu subfebrilen Temperaturen, Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Im Röntgen-Thorax finden sich meist unscharf begrenzte Infiltrate, hiläre Lymphadenopathie sowie gegebenenfalls Kavernen. Verkalkungen, Fibrosen und Kavernen entsprechen posttuberkulösen Residualveränderungen.
Die miliäre Tuberkulose stellt eine seltene Verlaufsform dar und ist durch hohes Fieber gekennzeichnet; bei Beteiligung der Meningen können meningeale Zeichen auftreten. Radiologisch zeigt sich ein disseminiertes, fein-noduläres Muster. Eine besondere Verlaufsform ist das Tuberkulom, das entweder als Residuum einer Primärtuberkulose oder als Folge eines appositionellen Wachstums disseminierter Herde interpretiert wird. Bildgebend imponiert typischerweise eine rundliche, scharf begrenzte Läsion.
Infektionen mit nicht tuberkulösen Mykobakterien (MOTT) können ebenfalls relevante Erkrankungen verursachen, darunter pulmonale Infektionen, Lymphadenitiden sowie Infektionen der Haut, der Weichteile und der Gelenke.
FNA aus Lymphknoten oder anderen Lokalisationen ermöglicht eine kosteneffektive und zuverlässige Diagnose mykobakterieller Infektionen, insbesondere bei ergänzendem Einsatz zusätzlicher Untersuchungen wie Ziehl-Neelsen-Färbung, Kultur und NAAT.
Die Gattung Mycobacterium (M.) umfasst Mycobacterium tuberculosis-Komplex bestehend aus M. tuberculosis, M. bovis, M. caprae, M. africanum, M. microti, M. canettii, M. pinnipedii und M. leprae. Zu den Mykobakterien zählen außerdem die als Nicht-Tuberkulöse-Mykobakterien (NTM, MOTT, z.B. M. abscessus, M. kansasii, M. xenopi, sowie dem M. avium complex) bezeichnet werden. Es erkranken vorwiegnd Patienten mit Immundefizienz (z.B. AIDS-Patienten) und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen.
Bacille Calmette-Guérin (BCG) ist weiterhin der einzige derzeit zugelassene Impfstoff zur Prävention der Tuberkulose. Jährlich wird er bei mehr als 100 Millionen Neugeborenen angewendet. Metaanalysen zeigen, dass BCG bei Erwachsenen einen etwa 50%igen Schutz vor pulmonaler Tuberkulose bietet. Gegen schwere Verlaufsformen im Säuglingsalter, wie tuberkulöse Meningitis und disseminierte bzw. miliäre Tuberkulose, liegt die Schutzwirkung näher bei 80 %. Diese höhere Schutzwirkung gegenüber schweren kindlichen Verlaufsformen erklärt den weiterhin breiten Einsatz in Regionen mit endemischer Tuberkulose.
Obwohl BCG im Allgemeinen als sicher gilt, handelt es sich um einen attenuierten Lebendimpfstoff. Daher besteht ein geringes, aber reales Risiko für Nebenwirkungen. Diese reichen von milden lokalisierten Reaktionen bis hin zu seltenen, aber schweren Fällen disseminierter Infektion.
Das therapeutische Vorgehen ist nicht einheitlich und wird kontrovers diskutiert. Die meisten Fälle einer BCG-Adenitis bilden sich innerhalb weniger Monate ohne antimikrobielle Therapie zurück. Dennoch werden manche Säuglinge mit einem einzelnen Antituberkulotikum behandelt, andere mit einer Kombination mehrerer Antituberkulotika.