Zytologie:
Trophozoiten 10-20 µm lang und 7-10 µm breit, birnenförmig bis oval, exzentrisch gelegener Kern, intrazytoplasmatische eosinophile Granula, vier anteriore Flagellen, eine posteriore Flagelle und eine undulierende Membran. Im PAP-Abstrich häufig degenerierte Formen ohne sichtbare Flagellen und mit unregelmäßigen Konturen; Superfizialzellen können perinukleäre Aufhellungen zeigen. Hintergrund häufig mit zahlreichen Neutrophilen; bakterielle Mischflora ist häufig; kleine, rundliche Parabasalzellen können vermehrt sein. Trichomonaden können mit Leptothrix spp. koexistieren, deren lange Filamente ein „Spaghetti“-Bild erzeugen – mit Eindruck eines „Spaghetti-und-Fleischbällchen“-Musters.
Rasche, ruckartige Motilität im Nativpräparat.
Histologie:
Oberflächliche Mukositis mit Neutrophilen und intraepithelialen Mikroabszessen; Organismen werden in Routineschnitten selten identifiziert.
Differenzialdiagnosen:
Die Übertragung erfolgt durch sexuellen Kontakt oder während der Geburt. Trichomoniasis ist die weltweit am weitesten verbreitete nicht virale sexuell übertragbare Krankheit, wobei der Mensch das einzige bekannte Reservoir für T. vaginalis darstellt.
Bei Frauen: häufig Vaginitis mit Pruritus, Brennen, Dysurie, übelriechendem Ausfluss und erhöhtem vaginalem pH. „Erdbeerzervix“ (petechiale Einblutungen an der Ektozervix) möglich.
Bei Männern: Urethritis, Prostatitis; häufig asymptomatisch.
Assoziiert mit ungünstigen Schwangerschaftsverläufen, Frühgeburt, Infertilität und erhöhtem HIV-Übertragungsrisiko.
Trichomonaden werden im zervikalen PAP-Abstrich häufig zufällig gefunden.
Der konventionelle PAP-Abstrich ist für die Diagnose von T. vaginalis unzuverlässig, daher wird eine Bestätigung empfohlen. LBC ist treffsicherer, mit einer berichteten Sensitivität von 60–96 % und einer Spezifität von 98–100 %, sodass eine Therapie bei eindeutig positivem LBC-Befund ohne Zusatztest vertretbar sein kann. Beim Mann ist die Mikroskopie von Urethralabstrich oder Harnsediment wegen geringer Erregerlast unzuverlässig.
Der Sexualpartner sollte zusätzlich immer mitbehandelt werden, da das Risiko einer bereits erfolgten Übertragung sehr hoch ist und damit ein Ping-Pong-Effekt vermieden werden kann.