Zytologie:
Nachweis charakteristischer Schistosoma-Eier in Urin- oder Stuhlpräparaten, seltener auch in zervikalen Abstrichen. Die Eier, 110-170 µm x 50-70 µm, sind oval bis elongiert und enthalten bei der Ausscheidung in der Regel ein reifes Mirazidium. Die Spezieszuordnung erfolgt anhand von Eimorphologie und Untersuchungsmaterial: S. haematobium mit terminalem Stachel, meist im Urin; S. mansoni mit prominenter lateraler Spina, meist im Stuhl; S. japonicum mit kleiner, oft unauffälliger lateraler Spina.
Histologie:
Meist granulomatöse Entzündungsreaktion gegen erhaltene Eier, oft mit Fibrose und Verkalkung.
Bei intestinaler beziehungsweise hepatosplenischer Schistosomiasis finden sich Eier in der Darmwand, der Leber und im periportalem Gewebe, mit möglicher Ulzeration, Hyperplasie, Polyposis, periportaler Fibrose und portaler Hypertension.
Bei urogenitaler Schistosomiasis finden sich Eier im Harntrakt mit chronischem Entzündungsbild, Fibrose und Verkalkungen.
In histologischen Schnitten färbt sich die Eischale von S. mansoni mit der ZN-Färbung in der Regel positiv (rot), während sich die Eischale von S. haematobium negativ (blau) färbt (1).
Die Schistosomiasis (Syn. Bilharziose) ist eine parasitäre intravaskuläre Infektion, deren Chronizität und Schweregrad wesentlich durch die Immunantwort des Wirts auf die Trematoden sowie auf die im Gewebe abgelagerten Eier bestimmt werden.
Frühe Manifestationen sind die Zerkariendermatitis (urtikarielles Exanthem) und das Katayama-Syndrom (systemische Hypersensitivitätsreaktion). Nach Süßwasserkontakt kann initial eine Zerkariendermatitis auftreten; das Katayama-Syndrom entwickelt sich typischerweise erst Wochen später mit Fieber, Exanthem, Kopfschmerzen, Myalgien, respiratorischen Symptomen und Eosinophilie.
Chronische/fortgeschrittene Manifestationen beruhen auf der lokalen entzündlichen Reaktion auf im Gewebe retinierte Schistosomen-Eier und sind artspezifisch: S. mansoni und S. japonicum verursachen häufiger intestinale und hepatolienale Symptomatik mit Bauchschmerzen, Diarrhö, Obstipation und Blut im Stuhl, bei schweren Verläufen Leberfibrose, Splenomegalie und portale Hypertension; S. haematobium urogenital mit Dysurie und Hämaturie, chronisch zudem assoziiert mit Blasenfibrose, Nierenschädigung und erhöhtem Risiko für Blasenkarzinome. ZNS-Manifestationen infolge ektopisch abgelagerter Eier sind selten.
Die Infektion erfolgt nach Kontakt mit Süßwasser durch Zerkarien, die die Haut penetrieren; die Schnecke dient als Zwischenwirt. Eier erscheinen typischerweise 1 bis 3 Monate nach der Exposition in Urin oder Stuhl.
Nach Süßwasserkontakt in Regionen, in denen S. mansoni und S. haematobium ko-endemisch sind, sollten sowohl Stuhl- als auch Urinproben untersucht werden.
CDC - DPDx - Schistosomiasis Infection
Gray DJ, Ross AG, Li YS, McManus DP. Diagnosis and management of schistosomiasis. BMJ. 2011 May 17;342:d2651. doi: 10.1136/bmj.d2651. PMID: 21586478; PMCID: PMC3230106.