Zytologie:
Gebogene, S- oder kommaförmige Stäbchen von etwa 2-5 µm Länge, entlang der Schleimschicht und der foveolären Oberfläche gelegen, teils in Grübchen aggregiert. Flagellen in Routinfärbungen nicht darstellbar. Der Hintergrund zeigt häufig neutrophile Granulozyten.
Histologie:
Erreger an der Oberfläche und am Foveolarepithel adhärent, meist fokal und fleckig verteilt. Typisch ist eine chronisch aktive, üblicherweise antrumbetonte, Gastritis mit Oberflächenepithelschädigung, oberflächliches lymphoplasmazelluläres ("top-heavy") Infiltrat, Foveolenabszessen und lymphoiden Aggregaten. Intestinale Metaplasie und Russelkörperchen können vorhanden sein. Die Erregerdichte ist bei atropher Mukosa und nach Säuresuppression vermindert. In Arealen intestinaler Metaplasie nur selten nachweisbar.
Der Einsatz von IHC oder Spezialfärbungen wie Giemsa, Diff-Quik, Toluidinblau, Alcian-Gelb oder Romanowsky erhöht die Sensitivität.
Differenzialdiagnosen:
H. pylori ist ein mikroaerophiles, begeißeltes, spiralförmiges Bakterium mit Katalase-, Oxidase- und Ureaseaktivität. Urease wandelt Harnstoff in Ammoniak um, das die Magensäure neutralisiert und die bakterielle Proteinsynthese fördert, wodurch das Überleben der Bakterien im Magen ermöglicht wird.
Die meisten Patient*innen sind asymptomatisch, können sich jedoch mit Dyspepsie, epigastrischen Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie gastrointestinalen Blutungen präsentieren. Assoziierte Erkrankungen sind die chronische Gastritis, die peptische Ulkuskrankheit, die atrophische Gastritis sowie ein erhöhtes Risiko für ein Magenadenokarzinom vom intestinalen Typ und für Mukosa-assoziiertes lymphatisches Gewebe (MALT)-Typ-Lymphome des Magens.
H. pylori besiedelt selektiv die Magenschleimhaut und kann auch ektopische Magenschleimhaut an fast jeder Stelle besiedeln.
Transmission erfolgt über die fäkal-oral- oder oral-oral-Route; weltweites Vorkommen.
Bei geplanter Eradikationstherapie ggf. molekulare Resistenztestung mittels PCR/Sequenzierung, insbesondere auf Clarithromycin-Resistenz, ggf. auch Fluorchinolon-Resistenz. (1)
Die breite Anwendung von PPI, Antibiotika und Bismutverbindungen kann die bakterielle Last reduzieren, die intragastrische Verteilung von H. pylori verändern und das mikroskopische Erscheinungsbild beeinflussen, einschließlich kokkoider Formen. (2, 3)