Zytologie:
Giemsa-gefärbte dicke und dünne Blutausstriche (mikroskopischer Goldstandard) mit Nachweis unterschiedlicher Entwicklungsstadien des Parasiten: intraerythrozytäre Ringformen mit Chromatinpunkt(en), reife Trophozoiten mit intrazytoplasmatischem Hämozoin (Abbau von Hämoglobin durch den Parasiten), Schizonten mit multiplen Merozoiten und Pigment sowie Gametozyten. Die Differenzierung zwischen den einzelnen Spezies in der Lichtmikroskopie kann schwierig sein; die Unterscheidung zwischen P. falciparum und non-falciparum-Spezies ist jedoch häufig möglich (1).
Charakteristisch sind sichel- bis wurstförmige Gametozyten bei Plasmodium falciparum sowie eine Schüffner-Tüpfelung in vergrößerten Erythrozyten bei P. vivax und P. ovale. Speziesspezifisch sprechen multiple Ringformen, Doppelchromatinpunkte und Appliqué-Formen für P. falciparum; Bandformen der Trophozoiten und rosettenförmig angeordnete Schizonten für P. malariae.
Der dicke Blutausstrich ist sensitiver für den Nachweis von Parasiten; der dünne Blutausstrich erleichtert die Spezieszuordnung und die Quantifizierung der Parasitämie. Bei initial negativem Blutausstrich und weiterhin bestehendem klinischem Verdacht sollten dicke und dünne Blutausstriche im Abstand von 12 bis 24 Stunden, insgesamt bis zu dreimal, wiederholt werden.
Malariapigment (Hämozoin) kann auch in Monozyten und neutrophilen Granulozyten nachweisbar sein.
Histologie:
Vor allem bei P. falciparum Sequestration parasitierter Erythrozyten in Kapillaren und Venolen, hämozoinhaltige Makrophagen und Kongestion.
In der Plazenta intervillöse Ansammlung parasitierter Erythrozyten mit Pigmentablagerung.
Differenzialdiagnosen:
Fieberhafte hämolytische Erkrankung, häufig mit Anämie und Thrombozytopenie. Bei schwerer Malaria mögliche Komplikationen mit metabolischer Azidose, akuter Nierenschädigung, ARDS und zerebraler Malaria.
In der Schwangerschaft erhöhtes Risiko für maternale Anämie, Frühgeburtlichkeit, niedriges Geburtsgewicht, kongenitale Infektion und perinatalen Verlust.
Übertragung überwiegend in tropischen und subtropischen Regionen; in Europa sind nahezu alle Fälle importiert, autochthone Fälle bleiben selten.
Kongenitale Übertragung sowie Transmission durch Transfusion oder Organtransplantation sind möglich, aber selten.
HRP2-basierte Schnelltests können bei pfhrp2/3-Deletionen von P. falciparum falsch negativ ausfallen (2).
ElShewy K. Medical Parasitology: A Body System Approach. Springer, 2024.
- Mehlhorn, H. (2023). Human Parasites: Diagnosis, Treatment, Prevention (2nd ed.). Springer.
- World Health Organization. Response plan to pfhrp2 gene deletions. 2nd ed. Geneva: World Health Organization; 2024