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Viren


Differenzialdiagnose zu Klebsiella granulomatis (Granuloma inguinale, Donovanose):

Herpes simplex Virus (HSV)

Organsystem
Urogenitaltrakt, GI-Trakt, Haut und Schleimhaut, Respirationstrakt
Diagnostische Methode
Zytologie, Histologie
Geographische Region
Trockengebiete,
Inseln,
Tropische und Subtropische Region,
Polare and Subpolare Zone,
Gemäßigte Zone

Zervikalabstrich, superfiziale und…
Bronchialsekret, HSV-zytopathische…
Ösophagus, Bürstenabstrich, dichter…
Ösophagus, Bürstenabstrich, Mehrkernigkeit…
Spontanharn mit multinukleärer Urothelzelle…
Spontanharn, multinukleäre Urothelzellen mit…
Zervikalabstrich, entzündlicher Hintergrund…
Bronchialsekret, Zellen mit polymorphen z.T.
Lunge, Bürstenabstrich, Zellgruppe mit z.T.
Rachenraum, Bürstenabstrich, Zellverband mit…
Rachenraum, Bürstenabstrich, Zellverband mit…
Ösophagus, Bürstenabstrich, vielkernige…
Ösophagus, Bürstenabstrich, mehrkernige…
Lunge, Bürstenabstrich, mehrkernige Zelle…
Liquor, Pleozytose, unspezifisches…

Ösophagusbiopsie, Plattenepithel mit…
Ösophagusbiopsie, das Plattenepithel mit…
Ösophagusbiopsie, das Plattenepithel mit…
Ösophagusbiopsie, oberflächliche…
Morphologie

Zytologie:

  • Epithelzellen mit vergrößerten Zellkernen, unregelmäßigen Konturen, homogenem, blassem Chromatin („Milchglaskerne“) und peripherer ChromatinmarginationIn (bei frühen Läsionen)
  • Epithelzellen mit hyperchromatischen Kernen jedoch mit erhaltenem homogenem Chromatin (in länger bestehenden Infektionen), wodurch sie sich gut von dysplastischen Zellen unterscheiden lassen
  • Mehrkernigen Riesenzellen mit dicht gelagerten und dadurch teilweise eingedellten Kernen mit der oben beschriebenen Kernmorphologie. Gelegentlich zeigen sich eosinophile intranukleäre Einschlusskörperchen, die von einem klaren Halo umgeben sind

Hintergrund:

  • Sauber oder eher häufiger neutrophilenreiches, gemischtzelliges entzündliches Infiltrat
  • Erosion, Ulzeration, Nekrose in der Histologie

Histologie:

  • Haut- und mukokutane Läsionen: intraepidermale basale Ballonierung und retikuläre Degeneration mit ausgeprägtem intrazellulärem Ödem, was zu Akantholyse und Nekrose führt (makroskopisch Vesikelbildung). Neutrophilenreiches, gemischtzelliges entzündliches Infiltrat. Charakteristische virale zelluläre und nukleäre zytopathische Veränderungen (wie oben beschrieben) finden sich typischerweise am Rand der Vesikel oder Ulzera
  • Ösophagus: Ulzeration mit Nekrose, abgestoßenen (desquamierten) Epithelzellen und akut entzündlichem Zellinfiltrat. Virale zytopathische Veränderungen finden sich am Ulkusrand sowie in abgestoßenen Epithelzellen
  • Lymphknoten: Nekrose der interfollikulären und/oder parakortikalen Regionen mit infizierten Lymphozyten, Histiozyten und Endothelzellen, die typische virale zytopathische Veränderungen zeigen. Dies kann gleichzeitig mit einem Lymphom auftreten
  • Organbeteiligung (Leber, Lunge, Gehirn): histologische Unterschiede je nach Lokalisation und Immunstatus; in den meisten Fällen zeigen sich jedoch eine Nekrose, ein mildes bis ausgeprägtes gemischtzelliges entzündliches Infiltrat sowie virale zytopathische Veränderungen am Rand der Nekrose

Differenzialdiagnose:

  • Varicella-Zoster-Virus – identische Veränderungen wie bei Herpes-simplex-Virus 1 / Herpes-simplex-Virus 2; Bestätigung mittels IHC oder PCR erforderlich
  • Cytomegalovirus
  • Andere Virusinfektionen
  • Reaktive mehrkernige Epithelzellen
  • Bakterielle Infektionen
Klinik

Typischerweise juckende, schmerzende Bläschen an Lippen/Mund oder Genitalien, bei schweren Verläufen z.B. bei Immunschwäche auch Enzephalitis, Pneumonie oder disseminierte Erkrankung.

HSV-1 wird meist in der Kindheit erworben, wobei nur eine kleine Minderheit bei der Primärinfektion klinische Zeichen aufweist. Bei HSV-2 findet die Primärinfektion meist im frühen Erwachsenenalter statt und verläuft in ca. 2/3 der Fälle asymptomatisch. Das Herpes-simplex-Virus ist neurotrop. Nach der Erstinfektion persistieren die Herpes-simplex-Viren in den Neuronen und können reaktiviert werden.

Weiterführende Diagnostik
HSV DNA Nachweis mit PCR oder ISH (Vesikelflüssigkeit, Blut, CSF): direkte Immunfluoreszenz; Tzanck-Abstrich – Giemsa-gefärbte Zellabstriche; Immunhistochemie (HSV-1/2-Antigene); serologische Testung
Differenzialdiagnose
Zellen eines Adenokarzinoms der Lunge
Reaktive respiratorische Zellen
Referenzen
  • Nayar R., Wilbur DC. The Bethesda System for reporting cervical cytology; 3rd Ed. 2015, p84-5

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