Zytologie:
Perianales Klebestreifenpräparat / Analabklatsch: Eier von Enterobius vermicularis, transparent, oval bis plano-konvex, einseitig leicht abgeflacht, mit doppelt konturierter refraktiler Hülle, ca. 50-60 × 20-30 µm, mit grob granuliertem Embryo oder gekrümmter Larve. Seltener Nachweis in zervikovaginalen Pap-Abstrichen: Eier, Embryonen oder Larven, häufig in akut entzündlichem Hintergrund; Kontamination aus der Perinealregion möglich, insbesondere bei sauberem Hintergrund.
Histologie:
Meist Zufallsbefund, am häufigsten in Appendix oder Kolon. Adulte Würmer weißlich bis elfenbeinfarben. Weibliche Würmer 8-13 mm lang, mit spitz zulaufendem Schwanzende; männliche Würmer kleiner, mit stumpfem Hinterende. Histologische Merkmale: Kutikula mit prominenten lateralen Alae, platymyäre Muskulatur, Darm und Reproduktionsorgane. Je nach Schnittebene und Geschlecht: Ösophagus, Darm, Ovarien, gravider Uterus mit Eiern oder männliche Reproduktionstubuli mit Spermatozoen.
Differenzialdiagnosen:
Enterobius vermicularis ist ein verbreiteter menschlicher Parasit und kommt weltweit, insbesondere in gemäßigten Klimaregionen, vor. Infektionen treten besonders häufig bei Schul- und Vorschulkindern sowie in beengten Wohnverhältnissen auf.
Infektionen mit E. vermicularis verlaufen meist symptomlos; manche Patienten können jedoch unspezifische Symptome entwickeln, die einer Blinddarmentzündung ähneln, wie Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Reizbarkeit. In seltenen Fällen kann es aufgrund von Verstopfung zu einer Blinddarmentzündung kommen.
Das häufigste Begleitsymptom ist nächtlicher Juckreiz im Analbereich.
Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von Eiern. Die Übertragung kann direkt durch Selbstinfektion mit Eiern über den Anus und den Mund, durch Kontakt mit kontaminierten Händen oder indirekt über kontaminierte Oberflächen oder durch Kontakt mit Eiern in der Umwelt erfolgen. Nach der Aufnahme schlüpfen die Larven aus den Eiern im Dünndarm, entwickeln sich dort zu adulten Würmern (drei bis vier Wochen) und siedeln sich im Dickdarm, vorwiegend im Coecum, an. Meist nachts wandern die trächtigen weiblichen Würmer in den Analbereich und legen ihre Eier in den Perianalfalten ab.
Extraintestinale Infektionen treten selten auf.
Gynäkologische Erkrankungen können vorkommen und treten höchstwahrscheinlich aufgrund ektopischer Wanderung trächtiger weiblicher Würmer auf.
Der Mensch gilt als einziger Wirt für E. vermicularis.