Folgende Filter stehen zur Auswahl zur Verfügung:

(mehrfache Auswahl möglich)


Pilze


Differenzialdiagnose zu Pneumocystis jirovecii:

Candida Spezies

Organsystem
GI-Trakt, Haut und Schleimhaut, Urogenitaltrakt
Diagnostische Methode
Zytologie, Histologie, Mikrobiologische Kultur
Geographische Region
Trockengebiete,
Inseln,
Tropische und Subtropische Region,
Polare and Subpolare Zone,
Gemäßigte Zone

BAL, Pseudohyphen mit Einschnürungen…
Sputum, "segmentierte" Pseudohyphen…
Sputum, Pseudohyphe und sprossende…
BAL, Pseudohyphe mit Einschnürungen…
Ösophagusabstrich, Ösophagitis, Pseudohyphen…
Ösophagusabstrich, Ösophagitis mit…
Zervikalabstrich, Intermediär- und…

Zystoskopie, Pilzballen (HE, x40)
Zystoskopie, Pilzballen, reichlich…
Zystoskopie, Pilzballen, Pseudohyphen mit…
Zystoskopie, Pilzballen, "segmentierte…
Zystoskopie, Pilzballen, Pseudohyphen (PAS…
Omentektomie, Pilzperitonitis nach…
Omentektomie, Pilzperitonitis nach…

Sputum, chromogener Agar CAN2, Candida…
Sputum, Pilzkultur, SDA-Agar, Candida…
Morphologie

Zytologie:

  • "Stecken und Steine", übersetzte englische Metapher für Hyphen und Oidien
  • Pseudohyphen mit parallelen Seitenwänden 
  • Gram-positive, sprossende Hefezellen 3–6 µm
  • Pseudohyphen und echte Hyphen artsabhängig. Candida albicans oft mit echten Hyphen und Pseudohyphen; Candida glabrata meist kleine Blastokonidien ohne Pseudohyphen
  • Neutrophile Granulozyten mit intrazellulären Hefezellen sind im eitrigen Exsudat häufig.
  • PAS und GMS positiv 

Histologie:
Hefezellen, Pseudohyphen und Hyphen mit Infiltration von Epithel/Gewebe und neutrophilenreichen Mikroabszessen. Bei einer Angioinvasion besteht ein hohes Risiko für Gefäßthrombembolien und Nekrosen.


Hinweise je nach Material: (1)

  • BAL/Sputum: Candida spricht meist für Kolonisation. Eine pulmonale Candida-Infektion kann zytologisch nicht gesichert werden; entscheidend ist Gewebeinvasion in der Biopsie. Eitriger Hintergrund, intraneutrophile Hefezellen und Fehlen anderer plausibler Erreger können den Verdacht unterstützen, bleiben jedoch unspezifisch. Rachensputum mit vielen Plattenepithelien und gemischter Mundhöhlenflora spricht für Kolonisation.
  • Sterile Punktate/Abszessaspirate: Candida in Gewebe, Gefäßen, Abszesswand oder intrazellulär unterstützt die Diagnose einer Infektion.
  • Urin: Extrazelluläre Hefen ohne entzündliches Exsudat sprechen meist für Kolonisation. Intraneutrophile Hefen und Pyurie können den Verdacht auf Infektion unterstützen, sind aber nicht beweisend. (2)
  • Haut/Schleimhäute: Oberflächliche Candida ohne Mikroabszesse spricht eher für Kolonisation. Penetrierende Pseudohyphen/Hyphen mit neutrophilenreicher Entzündung sprechen für Infektion. 

Klinische Korrelation ist essenziell, insbesondere bei immungeschwächten Patient*innen.

Klinik
  • Häufige klinische Manifestationen sind oropharyngeale Candidiasis/Soor, Ösophagitis, vulvovaginale Candidiasis, katheterassoziierte Candidämie, intraabdominelle Candidiasis nach Perforation oder Operation sowie Candidurie, die häufig einer Kolonisation entspricht
  • Risikofaktoren umfassen eine breite antibiotische Therapie, Diabetes mellitus, Neutropenie, Aufenthalt auf einer Intensivstation, zentrale Venenkatheter und totale parenterale Ernährung
  • Candida Glabrata kann eine beträchtliche Vulvovaginitis verursachen und oft Resistenzen gegen gängige antifungale Therapien aufweisen
Weiterführende Diagnostik
Chromogene Nährmedien; MALDI-TOF; gezielte PCR sofern verfügbar; Blutkulturen bei Candi­dämie; Serum-Beta-D-Glucan als Zusatz; Antimykotika-Resistenztestung für Echinocandine und Azole, besonders bei C. glabrata und C. auris.
Zusatzinformationen

Häufige Kolonisation in Sputum, Oropharynx, Vagina, Haut und Urin.

Die klinisch relevantesten humanpathogenen Vertreter von Candida spp. sind:
-C. albicans
-C. glabrata
-C. parapsilosis-Komplex
-C. tropicalis
-C. krusei
-C. dubliniensis
-C. auris
-C. lusitaniae
-C. guilliermondii
-C. kefyr

Differenzialdiagnose
Referenzen
  1. Peter G. Pappas, Carol A. Kauffman, David R. Andes, Cornelius J. Clancy, Kieren A. Marr, Luis Ostrosky-Zeichner, Annette C. Reboli, Mindy G. Schuster, Jose A. Vazquez, Thomas J. Walsh, Theoklis E. Zaoutis, Jack D. Sobel, Clinical Practice Guideline for the Management of Candidiasis: 2016 Update by the Infectious Diseases Society of America, Clinical Infectious Diseases, Volume 62, Issue 4, 15 February 2016, Pages e1-e50, https://doi.org/10.1093/cid/civ933
  2. Carol A. Kauffman, John F. Fisher, Jack D. Sobel, Cheryl A. Newman, Candida Urinary Tract Infections-Diagnosis, Clinical Infectious Diseases, Volume 52, Issue suppl_6, May 2011, Pages S452-S456, https://doi.org/10.1093/cid/cir111
Copyright ® 2025 Österreichische Gesellschaft für Zytologie